Eine Familie kann man sich nicht aussuchen,- oder doch?
13.08.2017

Unternehmen buchen Prozessbegleitungen für ihre Führungskräfte

Unternehmen buchen Prozessbegleitungen

… für ihre Führungskräfte, doch die Sprache vieler Prozessarbeiter verwirrt

Wie ist es eigentlich, wenn Unternehmensspitzen von der Möglichkeit erfahren, ihre Führungskräfte und Teams von Fachkräften durch Prozesse begleiten zu lassen? In diesem Falle werden die meisten eine sachliche Moderation erwarten, aber haben keine Vorstellung davon, welche Gedanken und Potentiale hinter der Prozessarbeit wirklich stecken. Sie wissen nicht, was für ein ungeheures Mittel zur Verbesserung von Handlungsabläufen hinter einer guten Prozessbegleitung steckt.

Eine kleine Einleitung

Die Methode ist schon sehr alt, so alt wie die Begleitung von Menschen durch ihre Persönlichkeitsprozesse. Ich sage da gerne, dass sie Teil eins kollektiven Wissens ist. Vielleicht kommt es auch daher, dass sich Worte eingeschlichen haben die schlicht weg für jeden Laien unverständlich, wenn nicht sogar suspekt sind. Ja, sie führen in die Irre.

Was passiert bei einem Prozess, der in einem Unternehmen begleitet wird?

Beim Institut Sommer bedeutet Prozessbegleitung, die Begleitung von Prozessen, die für Unternehmen und für Entwicklungsinteressierte konzipiert ist. Das Ziel eines solchen Prozesses ist es, den bisherigen Handlungsspielraum zu vergrößern, vorhandene Grenzen zu überwinden, beeinflussende Negativinformationen aus Unternehmen herauszunehmen und Erfolge langfristig sicherzustellen.

Was umfasst einen Prozess?

Hierzu braucht es ein Grundverständnis einem Prozess gegenüber. Zuerst einmal ist es für dieses Verständnis egal, ob der Prozess mit einer Person oder mit einer Gruppe von Menschen stattfindet. Ebenso unbedeutend für das Verständnis ist der Kontext des Prozesses, also wo dieser stattfindet. Denn mit der Person, die begleitet wird, baut sich automatisch auch das System auf, indem sie arbeitet. Mit System wird hier die Struktur gemeint, in der die Handlungsabläufe täglich ablaufen. Die Muster, die daraus entstehen sind Teil des Systems. Damit sind aber alle Handlungen relevant, die arbeitsspezifischen sowie die zwischenmenschlichen Abläufe. Alle Handlungen erzeugen Informationen, die ins System gehen. Einige Informationen lösen sich auf, andere bleiben sichtbar, d. h. wahrnehmbar. Diese Informationen prägen den Mitarbeiter, sofern sie in irgendeiner Weise unverdaulich sind. Damit ist der Ärger, der durch Handlungen entsteht genauso gemeint, wie auch die Verletzungen, die Ungerechtigkeiten und die Wut, die durch das Fehlverhalten anderer entsteht.

Ein Beispiel für die Ansammlung von Informationen und der Umgang damit, im Prozess.

Würde nun ein Mitarbeiter in einem Unternehmen arbeiten, wo in der Regel über die eigenen Kräfte hinaus gearbeitet wird,- ohne Unterlass, so würden sich auch diese daraus entwickelnden Informationen außerhalb des Unternehmens aufbauen. Zum Beispiel anhand von Stresssignalen, die dieser Mitarbeiter nun mit sich herum trägt. Mit der Wirkung dieses gestressten Systems, auf die jeweilige Person bezogen, wird gearbeitet. Das Ziel dieser Arbeit ist erreicht, wenn vorhandene Probleme behoben sind, also die Person sich nicht mehr stressen lässt. So bringt die Arbeit einen zweifachen Nutzen, einmal für die Person selbst und einmal einen Nutzen, der für das Unternehmen entsteht, indem die Person arbeitet.

Der Nutzen erklärt sich aus dem Grundverständnis von Prozessen heraus. Denn bei jedem Prozess werden nicht aufgegriffene Informationen aufgegriffen und damit bewusst gemacht. Durch dieses Aufgreifen verändert sich die persönliche Sicht auf die Dinge. Bisherige Grenzen verschwinden, weil der Grund für diese Grenze mit der Bewusstheit aufgehoben wird. Denn in der zunehmenden Bewusstheit der Folgen des eigenen Handelns, -gerade auch auf sich selbst bezogen-, wird es immer schwieriger, weiter wie bisher zu handeln. Und wenn man nun entdeckt, das das Schlucken eines Burnouts-Systems gleichzeitig bedeutet, dieses kontinuierlich damit stark zu machen, na dann beginnt schon der (Gedanken)Prozess über die Konsequenz seines eigenen Handelns.

Diese Konsequenzen waren vorher so nicht bewusst und damit wurde die schädigende Handlung beibehalten. Deshalb spreche ich hier als Begleiter von Prozessen in Unternehmen gerne von der Erweiterung von Grenzen, die durch diese Arbeit unwillkürlich geschieht. Gemeint sind die persönlichen Handlungsgrenzen, die durch Innehalten bleiben. Wir wissen, wie schnell sich das Gefühl von Ohnmacht ausbreitet. Das erkennen Sie, wenn das Gefühl da ist, Sie hätten quasi keine andere Chance als wie bisher zu handeln. Die Begleitung von Prozessen demonstriert das Gegenteil. Sie haben eine Chance Veränderungen zu etablieren, selbst bei den verhärteten Institutionen, wo das Problem Teil des täglichen Lebens ist.

Das Grundverständnis von Prozessen

Das Grundverständnis von Prozessen geht davon aus, das jede Person, jede Gruppe, jede Institution bis hin zur Gesellschaft abbildbar ist. Diese Abbildungen könnte man skizzieren, muss es aber nicht. Die Abbildung geschieht im Gehirn eines guten Begleiters. Hier kombiniert das Institut Sommer den Prozessgedanken mit einem systemischen Blickwinkel. Die Abbildung zeigt das vorhandene System mit lauter beeinflussenden Faktoren. Für den Begleiter von Prozessen (Leadership-Prozesse) ist die Wahrnehmung solcher internen Prozesse zwingend notwendig, wie die Übersetzung dieser Prozesse in sogenannte Abbildungen. Das kann zum Beispiel auch durch eine systemische Diagnose vollzogen werden. Diese Abbildungen spielen sich vor dem Auge des Begleiters ab. Dazu braucht es unzählige Erfahrungen und ein Gespür für nicht aufgegriffene Informationen.

Die Abbildung eines Prozesses in Rollen und Grenzen

In der Prozessarbeits-Fachszene tauchen oftmals ungewöhnliche Wörter auf, wie Rollen, Geistrollen, Traumkörper, Grenzen, Doppelgrenzen, Essenzebene sowie Konsens(us) Realitätsebene. Max Schupbach, Arnold und Amy Mindell und andere haben diese Begriffe stark mit geprägt. All diese Worte verlangen ein Bewusstsein von Zusammenhängen. So geht dieses Bewusstsein davon aus, dass jede Person durch ihre Erfahrungen beeinflussbar ist. Je mehr diese Erfahrungen verarbeitet wurden, desto mehr spielen sie im Leben keine entscheidende Rolle mehr. Denn diese aufgearbeiteten Informationen gehen nach dem Verständnis von Prozessarbeit in die Essenzebene über, wenn sie verstanden wurden.

Für den Laien bedeutet das, sie bilden das Wissen, was für alle zugänglich ist. Sind diese Informationen unverarbeitet, so beeinflussen diese unbewusst die persönlichen Handlungen. Je unverarbeiteter, desto weiter weg sind diese Informationen. Weiter weg bedeutet aber auch, sie sind immer schwerer zu erkennen. Hinter unverarbeiteten Informationen stecken oft Erfahrungen, die unangenehm und nicht erfreulich waren. Zum Beispiel die Erfahrungen, die durch Mobbing in Unternehmen entstanden sind oder durch die Cholerik eines Chefs oder durch das Weggehen eines später viel erfolgreicheren Kompagnons entstanden sind. Der unausgesprochene Kummer über das Ausscheiden eines jetzt viel erfolgreicheren Partners wäre dann die nicht verarbeitete Information. Wird diese Information nicht aufgegriffen, so blockiert sie fortfolgend einige Handlungen im Unternehmen.

Das Unbewusste und was es bedeutet

Die Prozessbegleiter sprechen hier gerne vom Unbewussten. Unbewusst meint hier, nicht mehr greifbar, aber vorhanden. Dort existieren diese Informationen weiter, aber beeinflussen die jeweilige Person stetig. Nur leider geschieht die Beeinflussung nicht bewusst und somit ist sie sehr powerful. Durch die Unbewusstheit kann die jeweilige Person ihr Verhalten an dieser Stelle nicht steuern. Das Verhalten ist quasi automatisiert. Es braucht nur einen Auslöser und los geht es. Das kann das Miteinander in Teams sehr belasten Institut Sommer sagt hier, die Führung ging verloren. Je dichter die Informationen, so sichtbarer ist die Konsequenz, die sich daraus entwickelt. Und diese Konsequenz ist nicht positiv. So kann das einen Anstieg von Stress im Unternehmen darstellen, ebenso eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit, Gereiztheit usw.

Das alles hat natürlich eine Konsequenz, die auch die existentielle Ebene des Unternehmens betrifft. Hier fassen die arbeitsspezifischen Handlungen in die zwischenmenschlichen hinein. Hier vermischen sich die Informationen.
Institut Sommer löst solche Vermischungen auf. Teambuilding-Maßnahmen, die zum Beispiel auf die Verbesserung der Dynamik untereinander zielen sowie die Begleitung von Führungskräften (Leadership-Prozess) bieten sich hierfür sehr gut an.

Was ist eine Rolle und wie hilft das Verständnis hierfür bei der Prozessbegleitung in Unternehmen?

Der Prozessarbeiter bzw. der Begleiter von Prozessen geht davon aus, dass sich diese Informationen in sogenannten Rollen verdichten. Diese Rollen sind angefüllt mit nicht aufgegriffenen Informationen. Je dichter eine solche Rolle ist, desto mehr beeinflusst sie die Geschicke einer Abteilung, das Handeln einer Führungskraft und damit das Ergebnis eines Unternehmens. Da sich nur die noch nicht verarbeiteten Informationen auf diese Art und Weise verdichten, kann man davon ausgehen, dass solche Rollen nicht gerade erfreuliche Informationen in sich tragen. Deshalb können solche Rollen sehr einschränkend sein, wenn sie einem nicht bewusst sind. Mit ihnen sind Grenzen verbunden, die das Miteinander in Firmen, Praxen und Unternehmen aller Größenordnungen erschweren.

Von einer Geistrolle spricht die Fachszene dann, wenn diese Rolle äußerst schwer zu greifen ist, wenn sie einem quasi immer wieder entwischt. Ähnlich wie die Vorstellung über einen Geist, den man in Geschichten, Sagen und Mythen zwar wahrnehmen und manchmal sogar sehen kann, aber er ist eben nicht greifbar, aber doch wahrzunehmen. Doch kann dieser Geist viel anrichten, wenn er kein guter ist. Ähnlich ist es in der realen Welt, im täglichen unternehmerischen Leben. Nicht aufgegriffene Informationen können für Unternehmen und deren Mitarbeiter äußerst schädigend sein. Die Prozessbegleiter sprechen dann von einem Traumkörper, indem sich all das abbildet. Dieses Wort ist zugegebener Maßen äußerst irritierend, wenn man mit der Prozessbegleitung nichts am Hut hat und doch ist es passend.

Der Traumkörper in der Prozessarbeit

Der Traumkörper bildet alle nicht verarbeiteten Informationen ab, ungeachtet der Zeit der Entstehung dieser Informationen. Für die Begleiter von unternehmerischen Prozessen dient er lediglich zur Abbildung eines Prozesses. Hieraus zieht er seine Ableitungen heraus. Die wenigsten nennen das dann noch Traumkörperarbeit, wie es eigentlich der Prozessgedanke in sich trägt. Für Laien ist so ein Traumkörper vielleicht vorstellbar, wenn man daran denkt, wie es ist, über ein Massengrab, was zum Beispiel im zweiten Weltkrieg entstanden ist, zu spazieren. Oder die Beklemmung zu erleben, die einem noch heute als Besucher eines Konzentrationslagers entgegenschwappt. Hier sind so viele Negativinformationen versammelt, sodass man davon ausgeht, diese noch lange wahrnehmen zu können, ohne wirklich etwas zu sehen.

Die Prozessarbeit bezeichnet diese Informationsmasse als Teil des Traumkörpers. Mit diesem Beispiel ist vielleicht noch am ehesten die Ansammlung nicht sichtbarer, aber spürbarer Informationen zu erklären. Im Wort Traumkörper verbirgt sich ja zusätzlich noch das Wort Traum. Übertragen wir die Bedeutung eines Traumes auf unternehmerisches Leben, so könnten wir die Brücke der Verständlichkeit am ehesten dort hin bauen, wo das Verständnis beginnt, dass alle Informationen, die täglich in einem Unternehmen sich ansammeln, ja irgendwo auch verarbeitet werden wollen. Allein die Informationen, die sich im täglichen Miteinander anhäufen. Im Privaten passiert so etwas in der Nacht, beim Träumen. Dort werden solche nicht aufgegriffenen Infos verarbeitet. Die Prozessarbeit geht davon aus, dass selbst Institutionen solche Verarbeitungsprozesse besitzen. Nun ja, Sie als Leser können entscheiden, bis wohin Sie diesem Verständnis mit Ihrer Vorstellungskraft folgen wollen.

Der Nutzen für Unternehmen liegt in der Auflösung von hinderlichen Informationen

Sind die beeinflussenden Rollen erst einmal bewusst, so lösen sie sich auf, wenn die anwesenden Informationen verarbeitet und damit aufgegriffen wurden. Das muss ein guter Prozessbegleiter können, ansonsten bleibt er in der Theorie und in der Vorstellung darüber hängen. Nur die Auflösung dieser Informationen unterstützt die Unternehmen darin, aus ihren kontinuierlichen Problemfeldern auszusteigen. Das muss ein guter Prozessbegleiter beherrschen, sonst bringt er für die Unternehmen, die er begleitet keinen Nutzen.

Die Aufgabe des Begleiters von Prozessen

Ein Begleiter von Prozessen nutzt sein Privileg des Außenstehens und liest die vorhandenen Informationen quasi ab. In der Prozessarbeit nennt man diesen Begleiter auch Facilitator. Seine Aufgabe ist es, dem Kunden, den er begleitet Bewusstheit zu schenken, dort wo ihm die Bewusstheit noch fehlt. Auch soll dieser Begleiter nicht psychologisieren, sondern den Anwesenden Führung zurückgeben, dort wo sie durch interne (Stress)Prozesse verloren ging. So jedenfalls das Verständnis von Prozesszielen aus der Sicht von Institut Sommer gesehen. Durch die Bewusstwerdung kann wieder Einfluss genommen werden. So werden Automatismen gestoppt, die nur durch das nicht bewusste Wissen entstanden sind. Das ist sehr erleichternd und für die betroffenen Unternehmen oft auch sehr erstaunlich, welche Veränderungen dann in Gang gesetzt werden.

Ein Prozessarbeiter würde dann in seiner ureigenen Sprache sagen, hier ist nun ein Konsens(us) entstanden, was so viel heißt, eine Übereinstimmung erreicht worden. So erklärt sich auch vielleicht das anfangs erwähnte Wort, Konsens(us) Realitätsebene. Eben die Ebene, die bildlich gesehen, den Zeitpunkt der Gegenwart festlegt, in der die Übereinstimmung hergestellt ist. Somit ist der Prozess auch ein Mittel zur Erreichung eines erfüllten Lebens im Hier und Jetzt. Unternehmerisch gesehen bedeutet das, die Erreichung einer Grundlage für ein störungsfreies, Mitarbeiterorientiertes und gesundes Unternehmens.

Ihnen viel Bewusstheit über die Wirkung nicht aufgegriffener Informationen.

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