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Das Kreuz mit der eigenen Berufung

Erfülltes Leben durch Berufung

Das Kreuz mit der eigenen Berufung

Die Suche nach dem erfüllten Leben

Ob in Zeitschriften, in Ratgebern oder im Plausch unter Freunden, dem Begriff der Berufung begegnen wir überall und immer wieder. Es scheint fast so, als ob es eine Zweiteilung von Leben gibt. Das eine was lebenswert war, weil man seine Berufung gefunden und ihr gefolgt ist und die andere Kategorie der Leben, die nicht erfolgreich waren, weil man ja seiner Berufung nicht gefolgt ist. So eine Denke frustriert, ist aber dermaßen tief in den Köpfen der Menschen verwurzelt, sodass es sich lohnt hier ein bisschen tiefer in die Welt rund um die Berufung einzutauchen.

Was ist denn nun dran an der Berufung und was bedeutet der Begriff?

Die Berufung ist die tiefe Gabe in uns, die wir seit klein auf besitzen. Es ist eine Fähigkeit die uns tief vertraut ist. Ein Berufener tritt niemals in Konkurrenz mit einem anderen, denn die Berufung ist so einzigartig in Kombination mit der Persönlichkeit, dass der Berufene keiner Konkurrenz bedarf, um erfolgreich zu sein. Sein Tun ist nicht kopierbar, sondern lediglich die Aufforderung an den anderen, seiner eigenen Berufung zu folgen und nicht der eines anderen. Der Berufene hat gelernt zu geben, denn ansonsten geht die Gabe in ihm nicht auf.

Kleiner Exkurs rund um die Berufung

Folgt man dem Begriff der Berufung als Definition, so findet der Leser einmal die religiöse Sicht über die Berufung, zum anderen die spirituelle und zum dritten die rechtliche Sicht. Fassen wir die religiöse Begrifflichkeit in Kurzform zusammen, dann setzt diese Sicht den Berufenen in Kontext einer Aufgabe, der er nun fortan folgt und „Gutes” damit tut. Sein Tun steht im Dienste Gottes. Die spirituelle Definition geht davon aus, dass in jedem Einzelnen eine Berufung wohnt und das die Fülle und die geistige Erfüllung im Leben zeigt, ob man ihr folgt oder nicht. Die rechtliche Definition verweist zum Beispiel auf die Pflicht der getreuen Arbeitsleistung nach den vorgegebenen Normen, wenn eine Person in die Pflichterfüllung einer Aufgabe berufen wurde. Bilden wir nun die Quersumme aus allen Kurzdefinitionen, so finden wir einen Kern, der sich lohnt, ihn näher zu betrachten:
Folgt der Berufene geflissentlich seiner ihm/ihr zugeordneten Aufgabe, so erkennt man ihn/sie an der Fülle und Erfülltheit seines/ihres Lebens.

Was steht der eigenen Berufung dann noch im Weg?

Nichts, außer gegebenenfalls man Selbst.
Und das ist logisch, denn unsere Entwicklung konfrontiert uns entweder mit Förderern und Unterstützern oder mit Blockierern und Widersachern. Das ist der Nenner der Wirkung auf uns, welche das Verhalten unserer nächsten Personen auf uns hatte. Entweder wir fühlen uns gefördert oder eben behindert.

Je nach dem, wie unser Leben als Kind aussah, baut sich als Erwachsener nun ein sogenanntes Rollenfeld um uns auf. Hatten wir zumeist Förderer an unserer Seite, so ziehen wir diese wie magisch an. Waren wir vornehmlich mit Widersachern konfrontiert, so finden sich auch diese Rollen rund um uns herum wieder und werden mit Begeisterung durch Dritte am Leben gehalten. Sie schlüpfen sozusagen in diese Rollen hinein. So wird eine Rolle von vielen unterschiedlichen Menschen aufgesucht und wieder verlassen. Diese Rollen sind uns unbewusst. Sonst würden wir ja diesem Spektakel einen Schlussstrich ziehen. Diese Rollen könnten aber auch die Antwort darauf geben, wie leicht oder auch schwer es uns fällt, unserer Berufung zu folgen. Das erklärt auch, warum ein Mensch, der seiner Berufung folgt davon spricht, dass er vorher, bevor er ihr gefolgt ist, erst einmal ein paar Erkenntnisse brauchte. Er musste also erkennen, dass es zum Beispiel an der eigenen Haltung dem Geld gegenüber lag, dass er die „falschen Kunden” und Jobs anzog. Diese Haltung war ihm aber unbewusst. In seiner Unbewusstheit hielt er den misslichen Zustand aufrecht, litt aber gleichzeitig darunter und sah es wie zwangsläufig an, so das Leben zu erleben. Bis eben die Erkenntnisse kamen, die in ihm selbst die aufrecht erhaltende Person erkannten.

Wie bekommen wir nun das Unbewusste in den Griff?

Indem wir uns dort unterstützen lassen das Unbewusste zu sehen, wo unser Unbewusstes uns behindert und blockiert, uns selbst ins Scheinwerferlicht zu stellen. Denn eine Berufung tut genau das. Sie stellt uns mit unserer Fähigkeit in den Vordergrund. Uns Selbst ist es unmöglich Unbewusstes zu verändern, denn wir sehen es ja nicht einmal. Wir folgen ihm nur, so wie ein Zahnrad der Bewegung folgt, die die anderen Räder ihm abverlangen, wenn sie sich drehen.

Nicht der Verstand findet also die Berufung. Nicht die Suche nach ihr stellt sicher, dass wir ihr auch folgen, wenn wir sie gefunden haben. Nicht das Folgen eines Ratgebers führt uns immer zum Sehen, kann uns aber helfen, ein paar Erkenntnisse zu erhalten, die mehr Licht ins Unbewusste bringen.

Es ist das Innehalten, das Loslassen, das Vertrauen, was wir einem Begleiter schenken, der uns durch die eigene Unbewusstheit führt, wenn man mit Widersachern groß wurde und nicht einmal mehr bemerkt, dass man es nun selbst ist, der sich blockiert. Dann ist es das Hinsehen, das Fühlen und das Folgen der Berufung, was Erfüllung und Fülle bringt.

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