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Der Konflikt und die graue Eminenz im Hintergrund

Welche Rolle spielt die Graue Eminenz bei Konlikten?

Die Graue Eminenz wirkt im verborgenen und beeinflusst das Team aus dem Geheimen heraus.

Der Konflikt und die graue Eminenz im Hintergrund

Wie aus Konfliktsystemen eine Mobbing-und Intrigenkultur wird

Aus Konflikten werden Intrigen, aus Intrigen wird Mobbing. Hier die Geschichte: Bei einem Einsatz in einem Unternehmen musste ich feststellen, dass sich dessen vier Gesellschafter kurz vor einer destruktiven Konfrontation befanden. Aus der Beraterperspektive gesehen, befänden sich diese Gesellschafter schon längst tief in einem zerstörerischen Konflikt, der dem Geschäft und ihrer Gesundheit schadet, wenn da nicht die Bereitschaft wäre, einen externen Blick zuzulassen.
Meine Funktion als Berater ist es, den Gesellschaftern einen Rahmen zu liefern, in denen sie sich von Konflikten lösen und sich in Richtung einer Synergie bewegen. Was so viel bedeutet wie, eine gegenseitig fördernde Haltung einzunehmen. Dass sich eine wechselseitige Förderung positiv auf das gemeinsame Geschäft auswirkt, steht außer Frage. Dass ein Nutzen daraus resultiert, der sich nicht nur monetär auswirkt, ist ebenso eine logische Schlussfolgerung, die einer synergetischen Zusammenarbeit folgt.

Was ist der Auslöser für Konflikte im Team?

Konflikte am Arbeitsplatz entstehen immer wieder. Warum aber wird ein Konflikt so stark und kann für Momente jeglichen Verstand auslöschen? Weshalb wird statt einer Synergie immer wieder die Zerstörung gelebt? In einer Konfrontation wirken viele Kräfte zusammen, die ein Konfliktfeld schaffen, in dem sich der gesamte Konflikt bewegt.
Da sind die einzelnen Beteiligten der Kontroverse, die im oben erwähnten Beispiel, Gesellschafter eines gemeinsamen Geschäftes sind. Diese Unternehmer sind aber auch Menschen und Privatpersonen, die jeder für sich gesehen, eine ganz eigene Geschichte mit Auseinandersetzungen besitzen.
Neben erlerntem und erworbenem Verhalten wirken auch die Erfahrungen aus Kindheitstagen als Kräfte im Konfliktfeld mit. Denn aus diesen Erfahrungen kreierten sich Haltungen gegenüber bestimmten Verhaltensweisen. Hier beginnt ein Konflikt emotional zu werden, ohne den derzeitigen Sachbestand zu beachten.

Da genügen nur einzelne Worte, Körperhaltungen und Gesten, um Sachverhalte aus dem Fokus zu verlieren und große Emotionen auszulösen, die das Gegenüber „platt machen” wollen – ohne Rücksicht auf Verluste – oder einen dazu drängen, in einen Machtkampf einzusteigen. An dieser Stelle werden Konflikte gefährlich, weil hier blind agiert wird und der Sachverhalt, um den es unternehmerisch geht, aus dem Fokus verschwindet. Es geht nicht mehr um die Sache selbst, sondern nur noch um die Emotion.
Dem Unternehmen bringt das nur eines: einen Schaden. Erfolgt kein Konfliktmanagement, kann die Krise aber noch um einiges komplexer werden.

 

Welche Kräfte wirken in einem Konflikt mit?

Einige der Kräfte habe ich nun schon genannt. Ich fasse noch einmal zusammen:

  • Die Unternehmer bilden einen Teil der Kräfte.
  • Damit ist auch das Unternehmen mit im Konfliktsystem. Es bildet eine weitere Kraft im systemischen Spiel.
  • Eine zusätzliche Kraft im Konfliktsystem sind die Mitarbeiter, jeder Einzelne für sich gesehen. Ob er beteiligt ist oder nicht, spielt keine Rolle.
  • Da sind aber auch die Menschen, die Privatpersonen als mitwirkende Kraft vorhanden, mit ihren lebenslangen Erfahrungen und Prägungen, die jederzeit zu Auslösern irrationaler Verhaltensweisen führen können.
  • Und da wären noch die Dritten, die Personen, die nicht unmittelbar am Geschehen beteiligt sind, aber doch mitwirken. Sie bilden eine erhebliche Macht im Konfliktfeld, wenn sie unerkannt bleiben, aber destruktive Haltungen einzelner Konfliktbetroffener mit kreieren und begünstigen.
  • Diese Dritten brauchen nicht unbedingt in dem jetzigen Unternehmen zu sein. Sie können auch aus ehemaligen Arbeitsverhältnissen, aus dem Freundeskreis etc. stammen. Aber sie sind verbunden mit der Zielperson, die die üble Nachrede trifft. Diese dritten aktiven Personen nennt man in Konfliktfeldern die Träger „vergifteter” Botschaften.

Nur woher stammt die „Vergiftung” im Konfliktfeld, die den Konflikt am Leben hält?

Die Träger können Konflikte aus dem Hintergrund nähren, nur sind diese Träger nicht der Ursprung der „Vergiftung”, die einmal stattgefunden hat. Sie halten das „Gift” nur am Laufen. In diesem Fall sprechen wir von einer Mobbing- bzw. Intrigenkultur, die meist unbewusst aufrechterhalten wird. Viele Träger wissen gar nicht was sie da eigentlich tun und transportieren. Sie ahnen nicht, dass sie mittlerweile Teil eines intriganten Systems sind.
Aber noch immer haben wir nicht die graue Eminenz im Hintergrund erwähnt. Die Person, die im Konfliktfeld eine einflussreiche Variable darstellte, denn von ihr gingen viele Negativbotschaften aus. Graue Eminenzen sind die Personen, die irgendwann einmal mit der jetzt in Misskredit stehenden Person Kontakt hatten und – aus welchem Grund auch immer – vergiftende Botschaften zur im Fokus stehenden, gemobbten Person senden. Nie direkt! Die „Vergiftung” geschieht über die Träger, die im Kontakt zur grauen Eminenz sowie zum Unternehmer stehen, der sich nun im Negativfokus befindet.

Die Graue Eminenz und ihre Botschaften

Graue Eminenz nennt man also die Personen, die verantwortlich für die Negativbotschaften sind, aber unerkannt bleiben. Oft sind sie gar nicht mehr im Konfliktgeschehen aktiv drin. Sie waren aber die Personen, die ursprünglich maßgeblich daran beteiligt waren, die jetzt im Fokus stehende Person äußerst negativ darzustellen, deren Bild zu verzerren.
Und wahrlich, es ist nicht einfach solche Leute zu erkennen, weil sie unerkannt, aus dem Hintergrund heraus agieren oder in der Vergangenheit agiert haben. In der Öffentlichkeit sind sie meistens äußerst nett zu den Personen, denen hinterrücks viel Negatives zu Teil wird. Während der aktiven Phase des Mobbings hatte die graue Eminenz einen Nutzen vom Handeln, sei es der Gedanke der Vergeltung oder der Hunger nach einem Posten, welchen die Zielperson innehat. Möglich ist auch ein persönliches Problem der grauen Eminenz, die sie durch die intrigante Weise zum Ausdruck bringt.

In meiner Praxis habe ich viel mit den sogenannten grauen Eminenzen in Intrigenfeldern zu tun und habe auch bei diesen Persönlichkeiten immer einen Prozess vorgefunden, der diese Art und Weise erklärt, aber keinesfalls entschuldigt. Wann geht es nicht mehr nur um einen Konflikt, sondern um ein System, was Mobbing- und Intrigenstrukturen beinhaltet? Ist einmal die „Vergiftung” im System, so bleibt sie drin, bis sie jemand (oft ein außenstehender Berater) entdeckt und durch Bewusstwerdung ausschaltet.

Mobbingstrukturen aufbrechen

In diesem Moment der Mitwirkung Dritter, getragen durch eine graue Eminenz, entsteht systemisch gesehen ein Übergang in ein intrigantes und von Mobbingstrukturen geprägtes System. In diesem System wird zumindest eine Person verzerrt wahrgenommen. Diese Verzerrung muss weg, wenn die Unternehmer in eine gesunde Synergie wollen. Da hilft es auch nicht den Berater zu bitten, die betroffene Person in Schach zu halten. Oft erfolgt diese Bitte mit der Begründung, dass die graue Eminenz ohne Berater das ganze Unternehmen gefährden würde.

Achtung! Hinter solchen Botschaften befinden sich oft verzerrende Aussagen, die in der aktiven Phase des Mobbings gesät wurden. Ein Berater kann eine Synergie möglich machen, indem er die vorhandenen Störungen außer Kraft setzt, aber er darf nicht Teil des Konfliktfeldes werden!

Genau das würde er aber in dem Moment, wo er einer solcher Bitte Folge leisten würde und nun die im Fokus stehende Person quasi in Schach hält. Dabei soll seine Beratungen doch die fokussierte Person in die „richtige Richtung” beeinflussen. Allein der Gedanke zeigt, dass es sich hier um ein intrigantes System handelt. Dieses System verträgt sich mit keiner positiven Synergie bzw. mit einer förderlichen Zusammenarbeit.

Erkennen Sie Verzerrungen
Natürlich kann es sich bei der Zielperson der Verzerrung um eine Person handeln, die Verhaltensweisen besitzt, die schwierig sind. Eine Verzerrung und damit eine ernstzunehmende Störung erkennt man daran, dass nicht der „schwierigen Person” die Chance gegeben wird, dieses Bild zu korrigieren. Das Negative wird zwar geäußert und das nicht nur an einer Stelle, aber nicht direkt zur Zielperson gesendet. Allein das wirkt sich schon negativ im Unternehmen aus. Damit wird jeder sich im Unternehmen befindenden Person indirekt mit geschadet.
Da es für die Betroffenen sehr schwer ist die graue Eminenz zu finden, ist es wichtig, nicht unbewusst zu einem Träger einer solchen verzerrten Botschaft zu werden. Wenn man alleine schon diese unbewusste Trägerschaft beendet, hat man die graue Eminenz, systemisch gesehen, isoliert. Sie spielt dann eine immer geringer werdende Rolle. Daher ist es gar nicht so wichtig, unbedingt die graue Eminenz zu finden, sondern viel eher die eigene Trägertätigkeit auszuschalten.

Für die Zielperson der Verzerrung gilt es, sich von dieser, ihr zugeschriebenen Rolle, zu distanzieren, indem sie erst einmal erkennt, was ihr da zugeschrieben wird. Gar nicht so einfach ohne einen externen Berater, da die Zielperson diese Verzerrung oft nur gefühlsmäßig mitbekommt. Dieses Gefühl kann sie dann gar nicht der zugrunde liegenden Vergiftung zuordnen. Nein, sie sucht dann eher den Fehler bei sich selbst.

Entstören Sie Konfliktfelder!
Weshalb sollte ein betroffenes Unternehmen sich aus diesen Strukturen befreien? Diese Mobbingstrukturen machen ein positives Miteinander unmöglich. Sie schließen eine Synergie quasi aus. Sie hindern ein Unternehmen an einem gesunden Wachstumsprozess. Das alleine ist ein Grund zur Notwendigkeit einer Entstörung von Konflikten im Unternehmen. Denn auch alte Konflikte können zu Störfaktoren werden, selbst wenn sie nicht im derzeitigen Unternehmen entstanden sind.
Wie Sie als Leser nun schon erkannt haben, kann ein Mobbing aus vergangenen Tagen in ein anderes aktuelles System mit eindringen, wenn Sie nicht erkennen, dass eine Verzerrung vorliegt und dass auch Sie als Träger diese Verzerrung aufrechterhalten oder Sie die Zielperson einer systemischen Vergiftung sind oder waren. Also werden Sie achtsam.

Setzen Sie Zeichen!

Verhindern Sie zu einem Träger von Verzerrungen jeglicher Art zu werden. Unterbinden Sie Gespräche über andere, sei es im oder außerhalb des Unternehmens, wenn der andere nicht direkt in Kenntnis gesetzt wird. Distanzieren Sie sich von allen Verzerrungen in ihrem Umfeld. Sollten Sie Probleme mit einer Person haben, dann steht es ihnen frei die Kontaktpunkte abzubrechen oder zumindest stark zu reduzieren, wenn eine endgültige Distanzierung unternehmerisch nicht möglich wäre oder keinen Sinn macht. Dazu braucht es keine verbale Deformierung, denn damit wird jedes Unternehmen auf Dauer „vergiftet” und eine positive Zusammenarbeit verhindert.

Werden Sie achtsam!

Sind oder waren Sie Zielperson einer systemischen „Vergiftung”, so werden Sie achtsamer auf die Dinge, die Sie in Zukunft akzeptieren. Suchen Sie nicht erstrangig das Problem bei sich, sondern ziehen Sie in Betracht, dass ungeachtet Ihrer Persönlichkeit, Dinge über Sie im Umlauf waren oder sind, die Ihnen schaden sollten. Akzeptieren Sie in Zukunft keine Zuschreibungen mehr und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Dieses ist der beste Weg, Mobbing-und Intrigenstrukturen aufzudecken und ein Konfliktmanagement umzusetzen. Ihr Bauchgefühl meldet sich mit Sicherheit, wenn Sie auf „vergiftete” Atmosphären stoßen. Distanzieren Sie sich von den Personen, bei denen Ihr Gefühl sagt, hier ist etwas nicht in Ordnung. Vertrauen Sie sich selbst.

Ich wünsche Ihnen eine positive Zusammenarbeit und bin gerne für Sie da, wenn Sie schädigende Probleme im Rahmen eines Konfliktmanagements endgültig beenden wollen.

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